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Russlands neue

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Russland. Österreichische Unternehmen entdecken Südrussland auch abseits von Sotschi. Chancen gibt es etwa in den Bereichen Lebensmitteltechnik und Energieeffizienz.

Krasnodar/Rostow. Galt in Zeiten der UdSSR die Ukraine als die Kornkammer des kommunistischen Staates, so ist es heute eindeutig Südrussland. So ist die Region Krasnodar der größte Lieferant von landwirtschaftlichen Produkten für die rund 143 Millionen Menschen zählende Russische Föderation, gefolgt von Rostow am Don.

Insgesamt bezieht Russland ein Viertel seiner Agrarprodukte aus Südrussland. Größter Produzent und Lieferant ist das Unternehmen Agrocomplex in der Region Krasnodar. Sein Anteil am regionalen Bruttoinlandsprodukt beträgt 22 Prozent.

Auf der Überholspur

Aber auch abgesehen von der Landwirtschaft gilt der Süden als Wachstumsregion. "Südrussland ist für Russland das, was die BRIC-Staaten für die Welt sind", sagt Vasily V. Vysokov, Generaldirektor der regionalen Bank Center-Invest. Eine Aussage, die nicht nur von Nationalstolz getragen ist, sondern auch von ausländischen Investoren bestätigt wird: "Südrussland ist derzeit nach Moskau und St. Petersburg die prosperierendste Region in Russland", so Ludwig Scharinger, Präsident der Österreichisch-Russischen Freundschaftsgesellschaft und ehemaliger Generaldirektor der RLB OÖ.

Viele österreichische Unternehmen sind bereits in der Region aktiv bzw. auf der Suche nach Geschäftsmöglichkeiten, wie etwa die niederösterreichische Polytechnik Biomass Energy. "In Südrussland ist für uns unter anderem die Lebensmittelindustrie interessant", sagt Bernhard Häusler, der den russischen Markt betreut. So können agrarische Reststoffe, wie etwa Hühnermist mit Einstreu, für Biomasseanlagen verwendet werden. Der Anlagenbauer Bertsch-Laska hat bereits Maschinen für die Wurstproduktion nach Rostow und Krasnodar geliefert. Und der Gesundheitskonzern Vamed baut ein Krankenhaus in Krasnodar, das mit Ende des Jahres in Betrieb gehen soll.

Ein Megaprojekt namens "Splash" plant derzeit der russische Investor Petro Energo bei Rostow und ist dafür noch auf der Suche nach Lieferanten und Investoren. Neben Wasserpark, Hotel und Shoppingcenter soll dort auch eine große Skihalle entstehen.